Worum geht es?

Jeder, der sich mit Forecasting beschäftigt, kennt das Problem: Sporadische Nachfrage ist sehr schwer zu prognostizieren und führt zu kleinen Funken, die am Ende einen Großbrand entfachen können.

Vage Prognosen sporadischer Nachfragemuster führen zu einer Hand von Problemen, wie überhöhten Lagerbeständen, die eine hohe Kapitalbindung verursachen und strategisch wichtige Investitionen blockieren. Die Planung solcher Nachfragemuster erweist sich deshalb oft als suboptimal und führt zu unzureichenden Ergebnissen.

Dieser Post bietet eine kleine Einführung in die Welt der sporadischen Nachfrage. Konkret werden folgende Fragen beantwortet:

Was ist sporadische Nachfrage? In welchem Bereich kommt sporadische Nachfrage vor? Welche sind die 4 häufigsten Gründe? Was sind die größten Nachteile, die durch sporadische Nachfrage verursacht werden?

Bereit? Los geht’s. 

Was genau ist sporadische Nachfrage?

Die Nachfrage nach einem Produkt wird als sporadische oder auch intermittierende Nachfrage bezeichnet, wenn die nachgefragte Menge über mehrere Perioden bei null liegt. Sporadische Nachfrage tritt insbesondere auf niedrigen Aggregationsebenen wie zum Beispiel dem SKU (Stock Keeping Unit) Level und bei Produkten, die eine langsame Absatzfrequenz aufweisen, auf.

Hierzu gehören beispielsweise Ersatzteile, schwere Produktionsmaschinen oder generell teure als auch unregelmäßig nachgefragte Produkte.

Die Absatzplanung solcher Produkte ist herausfordernd, weil die Regelmäßigkeit fehlt, welche bei der Planung eine wichtige Rolle spielt.

„INTERMITTIERENDE NACHFRAGE TRITT AUF, SOBALD DIE NACHGEFRAGTE MENGE ÜBER MEHRERE PERIODEN BEI NULL LIEGT“

Welche Branchen sind besonders von sporadischer Nachfrage betroffen?

Sporadische nachgefragte Produkte sieht man sehr häufig in der Konsumgüterindustrie. Dabei handelt es sich um Produkte, die eine langsame Absatzfrequenz aufweisen, also schwächer, als neue Produkte nachgefragt werden.

Sporadisch nachgefragte Produkte können bis zu 80% des Sortiments ausmachen und stellen ein großes Problem dar, da hierfür Lager- und Verkaufsflächen blockiert werden.

Auch im produzierenden Gewerbe stellen intermittierende Nachfragemuster eine große Herausforderung dar. Bereiche mit kurzen Produktlebenszyklen, wie zum Beispiel die Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie sind hierbei besonders betroffen. Insbesondere ist dieses Problem bei Luxusgütern und teuren Produkten anzutreffen. Hier werden jährlich Geldsummen im neunstelligen Bereich vernichtet, was den Umsatz schmälert und wichtige Ressourcen verschwendet.

Da nun etwas klarer ist, wo sporadische Nachfrage auftaucht, stellt sich die Frage, was die Gründe für sporadische Nachfrage sind.

Was sind die 4 häufigsten Gründe für sporadische Nachfrage?

Die Gründe für sporadische Nachfrage sind je nach Branche und dem entsprechenden Bereich unterschiedlich. Betrachtet man das Problem im B2B und B2C Bereich, so lassen sich diese 4 Gründe festhalten:

Bildung von Losgrößen

Im Supply Chain Management werden sporadische Nachfragemengen stark durch die Bildung von Losgrößen im B2B-Verkauf verursacht. Dabei kommt es oft vor, dass Abnahmemengen aufgrund von Preisvorteilen in die Höhe getrieben werden. Dadurch flacht die Nachfragekurve in Perioden nach der Preissenkung steil ab, weshalb es, je nach abgenommener Menge und Produkttyp, dauern kann, bis entsprechende Produkte wieder benötigt werden.

Sortimentserweiterungen

Unterschiedliche Kundenanforderungen und Wachstumsziele zwingen viele Unternehmen ihr Sortiment auszuweiten. Die Folgen sind eine Erhöhung der geführten Produkte und der Produktvarianten sowie steigende Komplexität bei der Planung.

Sortimentserweiterungen führen außerdem dazu, dass bei vielen Unternehmen die Anzahl der Produktvarianten stärker als die prozentuale Steigerung des Umsatzes wächst.

Kurze Produktlebenszyklen

Der Wettbewerb ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Um das Unternehmenswachstum zu halten, sind Unternehmen gezwungen neue Produkte auf den Markt zu bringen, obwohl das bestehende Sortiment noch die Lager sowie die Verkaufsflächen füllt.

Vor allem im Konsumgüterbereich kommt es dadurch zu Kannibalisierungseffekten, die dazu führen, dass die Nachfrage für bestehende Produkte immer weiter zurückgeht und es somit am Ende der Produktlebenszyklen zu sporadischen Nachfragemustern kommt.

Nachschubfrequenz

Um Lagerbestände auf einem optimalen Niveau zu halten, bedienen sich die meisten Unternehmen der Strategie den Nachschub in kürzeren Abständen zu planen. Dies erfordert eine genaue Prognose auf niedrigen Produkt-, Standort sowie Zeitebenen.

Die Problematik hierbei besteht darin, dass einzelne SKUs auf Monatsebene eine hohe Nachfragefrequenz aufweisen können, während die Nachfrage auf Tagesebene intermittierende Nachfragemuster beherbergt.

So viel zu den Gründen, doch was sind die Nachteile, wenn die Forecasts zu ungenau sind und es somit zu großen Differenzen zwischen den tatsächlichen und prognostizierten Werten kommt?



Nachteile bei ungenauer Prognose von sporadischer Nachfrage

Schaut man sich die Nachteile an, welche durch ungenaue Prognosen der sporadischen Nachfrage begünstigt werden, so wird deutlich, dass diese die Wettbewerbsfähigkeit und die Profitabilität jedes Unternehmens beeinflussen können. Folgende Nachteile fallen besonders schwer ins Gewicht:

Hohe Lagerbestände

Da sporadische Nachfrage keinen regelmäßigen Mustern folgt, werden oft Lagerbestände aufgebaut, um die festgelegten Service Level Ziele zu halten. Dies resultiert oft in zu hohen Lagerbeständen und führt somit zu einer ineffizienten Ressourcennutzung.

Opportunitätskosten

Durch den Aufbau von Sicherheitsbeständen für diskontinuierlich nachgefragte Produkte kommt es zur Kapitalbindung, wodurch wichtige Investitionen blockiert werden und der Handlungsspielraum für die Entscheidungsfindung eingeschränkt wird.

Engpässe

Unzureichende Prognosetechniken für sporadische Nachfragemuster führen zu erheblichen Lücken zwischen den geplanten und tatsächlichen Nachfragemengen und verursachen Engpässe, welche in Folge das Service Level sowie die Kundenzufriedenheit negativ beeinflussen.

Manuelle Eingriffe

Bei Produktengpässen, die durch ungenaue Prognoselösungen hervorgerufen werden, kommt es oft zu suboptimalen manuellen Nachbestellungen, die durch eine Überreaktion auf entsprechende Fehlbestände hervorgerufen werden. Überbestände und ineffiziente Ressourcennutzung sind die Folgen.

Potentiale nutzen und das Forecasting verbessern

Sporadisch nachgefragte Produkte bergen viele Nachteile, welche die Profitabilität jedes Unternehmens beeinflussen. Die Gründe für Unregelmäßigkeiten in der Nachfrage solcher Produkte sind vielfältig und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Eine Gemeinsamkeit besteht jedoch, nämlich, dass große Potentiale auf der Strecke liegen bleiben, obwohl diese mit der richtigen Expertise genutzt werden können.

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